Grabsteine von Nereabolls auf Islay

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Der Friedhof von Nereabolls

Eine kleine, aber eher unbekannte Sehenswürdigkeit auf der schottischen Whiskyinsel Islay ist der alte Friedhof von Nereabolls, auch bekannt als Nerabus.

Nereabolls ist ein kleiner Weiler auf den Rhinns of Islay, dem westlichen Arm der Insel. Der gleichnamige Friedhof liegt nur wenige Meter vom Meer entfernt und bietet eine weite Aussicht über den Atlantik. Bei klarem Wetter reicht der Blick entlang der Küste der Rhinns und in Richtung der Halbinsel The Oa im Süden Islays. Auch die Laggan Bay mit ihrem langen Sandstrand ist von hier aus gut zu sehen.

Besonders sehenswert ist der älteste Teil des Friedhofs, der zu den bedeutendsten frühmittelalterlichen Begräbnisstätten auf Islay zählt. Hier befinden sich mehrere reich verzierte West Highland Grave Slabs (Grabplatten), die heute meist mit dem Clan MacKay in Verbindung gebracht werden.

Die mittelalterliche Grabstätte von Nereabolls

Zunächst betritt man den neueren Teil des Friedhofs, der noch heute genutzt wird. Dahinter schließt sich ein Bereich mit Gräbern aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert an. Über eine kleine Viehtür gelangt man schließlich in den ältesten, eingefassten Teil des Geländes.

Archäologische und historische Hinweise deuten darauf hin, dass sich hier bereits im 14. oder 15. Jahrhundert eine kleine Kapelle befand, die möglicherweise dem heiligen Columba gewidmet war. Das Gebiet stand zu dieser Zeit unter kirchlichem Einfluss, mit engen Verbindungen nach Irland – zur Abtei von Derry.

Während des Spätmittelalters waren die MacKays der dominierende Clan auf den Rhinns of Islay. In dieser Zeit stand hier offenbar auch ein freistehendes steinernes Kreuz, das vermutlich einem hochrangigen Clanmitglied gewidmet war. Fragmente dieses Kreuzes werden heute im Museum of Islay Life in Port Charlotte aufbewahrt.

Auf einem Kiesbett und unter Glas liegen heute acht reich verzierte Grabplatten, die jedoch stark verwittert sind. Sie zeigen typische Motive der West Highland Grabkunst: Schwerter mit kunstvollen Parierstangen, umgeben von floralen Ornamenten, sowie figürliche Darstellungen betender Personen mit gefalteten Händen. Solche Platten wurden meist für Angehörige der lokalen Elite geschaffen.

Die Grabplatten wurden wohl zufällig von einem Bauern entdeckt, als er sein Rübenfeld bearbeitete. Erst später erkannte man ihre historische Bedeutung und brachte sie an ihren heutigen, geschützten Platz zurück.


Bilder

Wie komme ich dahin?

Der Friedhof liegt direkt an der A847 auf der Strecke von Bruichladdich nach Portnahaven. Man kann ihn gar nicht verfehlen. Ein grünes Schild weist zur linken Hand (Fahrtrichtung Portnahaven) auf den Friedhof hin.

Man kann direkt vor dem Friedhof parken. Vom Parkplatz sind es dann nur 100 m bis zur Grabstätte.

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