Screenshot Raketenplatz Scolpaig

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Dokumentation – ARTE Re: Raketenstarts im schottischen Inselparadies

Auf ARTE ist derzeit die Dokumentation „Re: Raketenstarts im schottischen Inselparadies“ zu sehen.

Sie beleuchtet das Projekt eines Raketenstartplatzes in Scolpaig auf der Insel North Uist, Äußere Hebriden. Dort entsteht ein Startgelände für suborbitale Raketen,

Was sind suborbitale Raketen?

Suborbitale Raketen erreichen zwar den Weltraum, umkreisen die Erde aber nicht. Sie steigen nach dem Start steil auf, überschreiten dabei die sogenannte Kármán-Linie in etwa 100 Kilometern Höhe – die international oft als Grenze zum Weltraum gilt – und fallen anschließend wieder zur Erde zurück. Im Gegensatz zu orbitalen Raketen, die Satelliten dauerhaft in eine Erdumlaufbahn bringen, folgen suborbitale Raketen einer bogenförmigen Flugbahn. Der gesamte Flug dauert meist nur wenige Minuten.

Suborbitale Raketen werden vor allem für wissenschaftliche Experimente (z. B. Materialforschung, Atmosphärenmessungen), die Tests neuer Technologien und Trägersysteme in kurzen Schwerelosigkeitsphasen eingesetzt. Sie sind deutlich kleiner, günstiger und technisch einfacher als große Satellitenraketen.

Das Projekt Scolpaig

Für suborbitale Raketen gelten zwar geringere Anforderungen als für große Raumfahrtprogramme, dennoch sind abgelegene Standorte wichtig. Sie minimieren Risiken für die Bevölkerung und erlauben kontrollierte Flugbahnen über Meer oder dünn besiedelte Gebiete. Genau das ist eines der Hauptargumente der Betreiber für einen Standort wie Scolpaig. Erwartungsgemäß stößt das Vorhaben in der lokalen Bevölkerung auf Skepsis.

Kritikerinnen und Kritiker befürchten negative Auswirkungen auf Anwohner:innen, Landschaft und Tierwelt: Was passiert im Falle eines Raketenabsturzes? Sind die vorgesehenen Sicherheitsabstände zu Wohngebieten ausreichend? Und welche Folgen hätten die Starts für Tiere an Land und im Meer?

Die örtliche Verwaltung wiederum verbindet mit dem Projekt die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze. Wie viele tatsächlich entstehen könnten, ist bislang jedoch unklar. Die Betreiber verweisen darauf, dass lediglich 10 bis 12 Raketenstarts pro Jahr geplant seien und die Auswirkungen sich in Grenzen halten werden.

Vor zwei Tagen erhielten sie von der britischen Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) die Genehmigung zur Nutzung des Luftraums. Ab dem 22. Januar 2026 wären damit theoretisch erste Flüge möglich. Der Startplatz selbst ist allerdings noch nicht fertiggestellt. Insgesamt sollen 2,6 Millionen Pfund (rund 2,9 Millionen Euro) aus Mitteln des zuständigen Councils in das Projekt fließen.

Scolpaig wäre damit der dritte Raketenstartplatz in Schottland, nach dem Sutherland Spaceport auf dem Festland und dem SaxaVord Spaceport auf der Insel Unst auf den Shetlandinseln.

Daten

TitelARTE – Re: Raketenstarts im schottischen Inselparadies
Dauer31 Minuten
Abrufbar inARTE Mediathek
Verfügbar seit21.10.2025
Verfügbar bis18.10.2026
Produktion durchWDR

Beitragsbild: Screenshot aus dem Video

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