Schottische Parlamentswahl 2026

Schottland hat Anfang Mai ein neues Parlament gewählt. Inzwischen wurde durch die SNP eine neue Regierung gebildet.

Mann mit schottischer Fahne

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Bereits am 7. Mai 2026 fanden im Vereinigten Königreich Wahlen statt. In England die Kommunalwahlen und in Wales und Schottland die Wahlen zur Neubesetzung der Regionalparlamente.

Der, für uns ungewöhnliche, Termin zur Wahl mitten in der Woche ist übrigens in Schottland gesetzlich festgelegt: Der Scottish Elections Reform Act von 2020 legt die Parlamentswahl immer auf den ersten Donnerstag im Mai fünf Jahre nach der letzten Wahl fest. Der neue Wahltermin ist also der 1. Mai 2031. Sofern nichts dazwischen kommt.

Ergebnisse

Knapp 3,8 Millionen Wahlberechtigte unter den 5,5 Millionen Einwohner:innen waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag aber nur bei 53,2 % – knapp 10 Prozent weniger als bei der letzten Wahl 2021.

Zum fünften Mal in Folge wurde die Scottish National Party (SNP) Wahlsieger. Die Partei von First Minister John Swinney erhielt 27,2 % der abgegebenen Stimmen. Mit 58 Sitzen verfehlte sie aber die absolute Mehrheit von 65 Sitzen deutlich.

Auf Platz zwei kommt dann schon die rechts-populistische Reform UK, die britische Rechtsaußenpartei von Nigel Farage, mit 16,6 %. Sie trat in dieser Stärke zum ersten Mal zur schottischen Parlamentswahl an und hat vor allem der SNP und den Konservativen Wählerstimmen abgenommen.

Auf den weiteren Plätzen folgen die Scottish Labour Party mit 16 %, die Scottish Green Party mit 14 %, die Scottish Conservative Party mit 9,4 % und die Scottish Liberal Democrats mit 9,4 % der abgegebenen Stimmen.

Wahlergebnis Parlamentswahl 2026
Wahlergebnis Parlamentswahl 2026, Eigenes Werk
Grafik Gewinne und Verluste zur Parlamentswahl 2026
Grafik Gewinne und Verluste zur Parlamentswahl 2026, Eigenes Werk

Wahlsystem

Das schottische Wahlsystem unterscheidet sich vom britischen Mehrheitswahlsystem („First Past the Post“) für das Unterhaus. Während dort jeweils nur die Kandidatin oder der Kandidat mit den meisten Stimmen gewinnt, nutzt Schottland das Additional Member System, eine Kombination aus Mehrheits- und Verhältniswahl.

Die Wählerinnen und Wähler haben zwei Stimmen:

  • Mit der ersten Stimme wählen sie eine Person im Wahlkreis. So werden 73 der 129 Sitze direkt vergeben.
  • Mit der zweiten Stimme wählen sie eine Partei oder unabhängige Kandidaten auf regionaler Ebene. Die 56 weiteren Sitze werden auf acht Wahlregionen verteilt.

Die regionalen Sitze sorgen für eine proportionalere Sitzverteilung. Parteien, die bereits viele Direktmandate gewonnen haben, erhalten dabei weniger Chancen auf zusätzliche Sitze. Die Verteilung erfolgt nach dem d’Hondt-Verfahren. Die Gesamtzahl der Parlamentssitze bleibt stets bei 129, Überhangmandate gibt es nicht.

Eine Besonderheit ist außerdem das Wahlalter von 16 Jahren, das seit 2016 für Wahlen zum schottischen Parlament gilt.

Wahlkampf

Im schottischen Wahlkampf standen vor allem Themen im Mittelpunkt, die auch in Deutschland diskutiert werden: steigende Lebenshaltungskosten, das Gesundheitswesen und die wirtschaftliche Entwicklung. Viele Debatten drehten sich um hohe Energie-, Wohn- und Lebensmittelpreise sowie um die Rolle des Staates bei deren Begrenzung.

Die Scottish National Party (SNP) versprach unter anderem Preisbegrenzungen für Grundnahrungsmittel und einen günstigen landesweiten Bustarif. Ein weiteres zentrales Thema war der Zustand des Gesundheitssystems, insbesondere lange Wartezeiten und die medizinische Versorgung.

Auch die Labour Party legte einen Schwerpunkt auf die Verbesserung des Gesundheitswesens. Beide Parteien versprachen Reformen und einen leistungsfähigeren Gesundheitsdienst.

Darüber hinaus spielten Fragen zu Steuern, Bildung, Wohnungsmarkt, Energiepolitik und Staatsfinanzen eine wichtige Rolle. Obwohl die schottische Unabhängigkeit weiterhin ein bedeutendes Thema blieb, standen für viele Wählerinnen und Wähler vor allem alltägliche soziale und wirtschaftliche Probleme im Vordergrund.

Regierungsbildung

First Minister John Swinney, Scottish Government, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons
First Minister John Swinney, Scottish Government, CC BY 2.0 https://creativecommons.org/licenses/by/2.0, via Wikimedia Commons

John Swinney wurde am 19. Mai 2026 – zwölf Tage nach der Wahl – als First Minister wiedergewählt. 

Die zweite Swinney-Regierung wurde am 20. Mai 2026 offiziell nach Swinneys Vereidigung am Court of Session gebildet. Deputy First Minister wurde Jenny Gilruth (SNP). Das neue Kabinett wurde deutlich verschlankt – von zwölf auf neun Kabinettssekretäre – und Swinney erklärte, die Regierung werde sich auf „fiskalische Nachhaltigkeit“ und Reform des öffentlichen Sektors konzentrieren.

Da die SNP keine Mehrheit im Parlament hat, ist sie auf die Unterstützung anderer Parteien angewiesen. Swinney beabsichtigt, von Fall zu Fall mit anderen Parteien zusammenzuarbeiten, um Gesetze und Haushaltspläne durchzubringen.

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